Bärlauchblüte im Waldpark

Im Frühjahr breitet sich im Waldpark unter dem frischen Grün der Bäume ein weißer Teppich aus Bärlauchblüten aus, der nicht nur das Auge mit seiner dichten Blütenpracht erfreut, sondern auch die Nase mit seinem feinem Knoblauchgeruch in seinen Bann zieht.

Bärlauch / bear's garlic / Allium ursinum Im Volksmund ist der auf feuchten, nährstoffreichenreichen Laub- und Auenwaldböden wachsende Bärlauch auch als „Waldknoblauch“ bekannt. Er ist ein Nährstoffzeiger, der tiefgründige, humose, lockere und anhaltend feuchte Böden liebt. Bevorzugte Waldgesellschaften sind Ahorn-, Eschen-, Eichen- oder Ulmen-Mischwälder. Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Allium, somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch und enthält wie alle Lauchpflanzen ein charakteristisches ätherisches Öl. Sie ist eine altbekannte Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze, die längst ihren Weg in die moderne Küche gefunden hat  und in Europa weit verbreitet ist. Die jungen Bärlauchblätter dürfen  jedoch nicht mit den ähnlich aussehenden Blättern des Maiglöckchens oder der Herbstzeitlosen verwechselt werden, die äußerst giftig sind.

Bärlauch / bear's garlic / Allium ursinum Woher die Namensbeziehung zum Bären kommt, ist unbekannt. Es gibt eine nette Geschichte, die erzählt, dass Bären nach der langen Winterruhe große Mengen des Bärlauchs essen, um einen ordentlichen Vitamin- und Nährstoffschub zu bekommen. Dies sei der Grund, warum diese Pflanze Bärlauch genannt wird. Ob das tatsächlich der Grund für die Benennung ist oder nur eine Legende, weiß man aber nicht. Der botanische Name allium ursinum wurde schon in einer Zeit vor Linné  von Plinius dem Älteren verwendet,  der zweite Namensteil ursinum, leitet sich von dem lateinischen Adjektiv ursinus Bär-, Bären- ab.

Im Waldpark findet man besonders dichte Blütenmeere an den Hängen entlang des Dammes, einem beliebten Spazier- und Fahrradweg. Die weißen, sternförmigen Blüten stehen in lockeren 6-20 blütigen Scheindolden. An einigen Stellen mischen sich unter die weißen Bärlauchdolden die hellgelben Blüten der Goldnessel (Lamium galeobdolon),  eine zur Gattung der Taubnesseln (Lamium) in der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae) gehörende Pflanze (siehe Galerie). Bärlauch / bear's garlic / Allium ursinum In diesem Jahr öffnen sich die Blüten etwas später, Anfang Mai sind noch die Mehrzahl der Knospen ungeöffnet. Die gezeigten Fotos sind in den vergangenen Jahren entstanden, mit Ausnahme dieses Detailbildes. Auch wenn auf diesem Foto Ameisen die Blüte besuchen, spielt die Verbreitung des Bärlauchsamens durch Ameisen eine untergeordnete Rolle. Der Bärlauch verbreitet sich schnell über seine Zwiebeln und bildet so rasch große Horste. Der Samen benötigt zwei Jahre zur Keimung und muss mindestens einmal Frost abbekommen, daher zählt man den Bärlauch, wie auch beispielsweise das Pfaffenhütchen, den Eisenhut oder auch das Tränende Herz zu den Kaltsamern. Circa zwei Monate nach der Blüte, im Juni, vergilben die Blätter wieder rasch. Innerhalb dieser Zeit muss die Pflanze also genügend Nährstoffe aufgebaut und für das kommende Jahr in den Zwiebeln gespeichert haben.

Weiterführende Informationen:
Bärlauch bei Wikipedia

 

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