Kormoran / Great Cormorant / Phalacrocorax carbo Nilgans / Egyptian Goose / Alopochen aegyptiacus Mandarinente / Mandarin Duck / Aix galericulata

Die Idee

Eigentlich liegt die Idee zu diesem Projekt direkt auf der Hand, wenn man durch Mannheim läuft. Die Stadt ist ein typischer Industriestandort, geprägt u.a. durch den Hafen und den Rangierbahnhof. Beide nehmen in ihrem Bereich einen der vorderen Plätze ein, was die Größe angeht. Aber auch die Stadtkulisse ist mit den Quadraten in der Innenstadt prägend und indentitätsstiftend. Da scheint es fast schon keinen Platz mehr für Natur zu geben, erst recht nicht für Wildnis.
Dennoch hat Mannheim Landschaften, die fast so einmalig wie die Quadrate sind. Ein großer Teil der Stadt und seiner Umgebung sind auf Sand gebaut. Die Dünen und Flugsandfelder bieten wie auch die letzten natürlichen Auenbereiche am Rhein vielen seltenen Arten Lebensraum in der unmittelbaren Nachbarschaft zur Stadt. Der starke, zum Teil fast unwirkliche Kontrast zwischen wild anmutender Natur und der technisch überprägten städtischen Welt prallen zum Teil hart aufeinander. Häufig liegt nur eine Straße zwischen beiden „Welten“. Aber uns interessiert nicht so sehr die Wildnis wie sie von vielen Menschen verstanden wird, nämlich Unberührtheit und Natur ohne Einfluss durch den Menschen. Uns fasziniert die Wildnis, die uns bei den täglichen Wegen durch die Stadt oder beim Besuch des Hafens begegnet. Mannheim hat z.B. die größte Storchenkolonie in einer deutschen Metropole. Oder aber mit seinen derzeit fünf Brutpaaren von Wanderfalken die größte Population in einer Stadt. So haben sich viele Arten an die Stadt angepasst. Auch in Mannheim kommen Wildschweine, Füchse oder sogar der Biber immer öfter und weiter in die Stadt.
Dieser Zusammenhang von Stadt und  Natur fotografisch in einem Bild herauszustellen, reizt uns besonders. Dabei geht es nicht nur um die seltenen oder schönen Arten, sondern auch um die, die uns täglich auf dem Weg zur Arbeit und beim Shoppen begegnen. Das Eichhörnchen, das durch einen der Stadtparks oder –gärten huscht, wie auch die mittweilerweile sehr häufigen Halsbandsittiche. Es ist die tägliche Begegnung von Mensch und Natur oder Natur und Mensch, die uns herausfordert und zu diesem Projekt animiert.

Ihr Thomas Kilian